Inselliebe – Inselleben – Inselessen oder…warum in Malta alles besser schmeckt

Malta

Malta…
..ist laut Wikipedia ein Inselstaat im Mittelmeer – man sollte ergänzen – ein kleiner Inselstaat.
Eine Insel versetzt einen in eine merkwürdige Lage, vor allem, wenn es sich um eine kleine Insel handelt – man sieht immer die Begrenzung, man sieht, wo es nicht weitergeht…sich dessen bewusst zu sein, ist ein wenig merkwürdig. Natürlich macht das etwas mit den Menschen, die dort leben. Man kennt sich. Ich glaube nicht, dass man in Malta als junger Erwachsener mal über die Stränge schlagen kann, ohne dass es die Familie bzw. die ganze Insel mitbekommt. Außerdem scheinen alle irgendwie miteinander verwandt zu sein, denn es begegnen einem in Malta immer wieder die gleichen Familiennamen. Aber die Malteser selbst stört das alles am wenigsten: sie sind glücklich dort und unglaublich stolz auf ihr kleines Flecken Erde mitten im Mittelmeer.

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Malta ist in vielerlei Hinsicht von einer aufregenden Mischung aus orientalisch-mediterraner und mediterran-europäischer Kultur geprägt. Zum Beispiel ist das bei der Bauweise so. Man findet geschlossene Balkone im osmanischen Stil neben römisch aussehenden Balkonen.

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Für mich am erstaunlichsten aber ist dieser Mix in der Sprache hörbar. Für meine arabisch-gewöhnten Ohren klang diese Sprache arabisch, dennoch habe ich mit Müh und Not höchstens mal ein Wort verstanden. Komisch! Maltesisch ist eine Mischung aus arabischen Dialekten aus Nordafrika und sizilianischem Italienisch. Genauso wie die Malteser selbst, die schon immer von verschiedenen Einwanderungswellen aus Richtung Norden und Süden geprägt wurden: Griechen, Römer, Sizilianer, Normannen, Araber … Sie alle verschmolzen schon im Mittelalter zu einer homogenen Bevölkerung. Malta macht uns deutlich, wie stark das Mittelmeer ein kollektiver Kulturraum ist, der Europa und die Länder des südlichen Mittelmeerraumes miteinander verbindet. Einwanderung prägte schon immer das Land.

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Die ganze Inselsache hat nicht nur Einfluss auf die Menschen, sondern auch auf die Tier- und Pflanzenwelt. Das wird klar, wenn man maltesisches Essen kostet. Das Olivenöl, die Gewürze, die Kapern (bis Dato habe ich keine gegessen) schmecken intensiv und aromatisch. Ich habe mich wirklich schon über dieses intensive Geschmackserlebnis gewundert, bis ich mich mehr mit der maltesischen Küche beschäftigt habe und herausgefunden habe, dass das auch damit zusammenhängt, dass Malta eine Insel ist. Wieso? Mh, auch der Lebensraum für die Pflanzen und Tiere ist begrenzt und sie können nicht aus den Vollen schöpfen, sondern müssen sich an ein karges Umfeld gewöhnen, das begrenzt ist. Das führt dazu, dass Tiere auch bei ihrer Futterwahl nicht besonders wählerisch sind. Wer da als Pflanze überleben will (also nicht gefressen werden möchte), muss eine besonders hohe Konzentration an Duft- und Geschmacksstoffen ausbilden, die die Tiere abhalten. Und so entstehen die aromatischsten Kräuter. So ähnlich habe ich das auch schon in der Bergwelt von Albanien erlebt….

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Die maltesische Küche macht sich das zum Nutzen und enthält viele Kräuter und mediterrane Gewürze. Sie essen sehr gerne Hase, Fenek, in verschiedenster Form (meist mit Knoblauch und in Rotweinsoße) und natürlich alles was das Meer bietet. Wie es sich für frühere Italiener gehört, gibt es auch ein leckeres Pizza- und Pasta-Angebot – und in Konditoreien deftige Blätterteigtaschen – Pastizzi. Ich koche seit meiner Reise dorthin jetzt öfter maltesisch. Heute stelle gibt es hier eine Tintenfisch-Tomaten-Soße für Pasta. Ehrlich gesagt denke ich, dass diese Tomaten-Soße auch ohne den Tintenfisch jede Pasta bereichert.

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Spagetti Biz-Zalza Tal-Qarnit:

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800g Tintenfisch (ich habe die ganz kleinen Tintenfische namens Moscardini bei meinem Asiatischen Händler des Vertrauens besorgt)
800g Spaghetti
2 Zwiebeln
200g Tomaten
2 EL Tomatenmark
100g Schwarze entkernte Oliven
150g Erbsen
300ml Rotwein (ich habe zur Hälfte den Likörwein Marsala verwendet)
Oktopus-Spagetti , Moscardini, kleine Tintenfische
Abrieb einer Zitrone
Basilikum
Pfeffer und Salz

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Tintenfisch ggf. in kleine Stücke schneiden und in etwas Öl wenige Minuten braten (man sieht, wenn er gar ist). Zwiebeln in Öl auf kleiner Flamme ca. 20 min glasig braten, Tomatenmark und Tomaten dazugeben und kurz anschwitzen. Oliven (einmal durchgeschnitten) und Zitronenzeste dazugeben und mischen. Wein, Erbsen, Tintenfisch und Pfeffer und Salz dazugeben und 30 min köcheln lassen. Dann die Spaghetti bissfest garen und dann alles zusammen mit Basilikum garniert servieren. Mhh, da bekommt man gleich ein Urlaubsfeeling.

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Zum Abschluss noch meine Malta-To-Dos

– Macht eine Wanderung auf dem wunderschönen Coast-Trail im Il Majjistral Nature and History Park im Norden von Malta
– Genießt den phantastischen Sonnenuntergang bei exzellentem mediterranem Essen im Waterpolo Club Ta Xbiex oder macht es euch traditionell-maltesisch gemütlich im Golulu.
– Fahrt nach Rabat und schlendert durch die Medina und lasst euch ein wenig durch den Nachmittag treiben.

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