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Granatapfel-Ideen

Granatapfelsirup (3)Granatapfelsirup (2)

Granatäpfel sind bei uns im Herbst immer sehr präsent. Eigentlich das ganze Jahr über, denn ein Teil unserer Familie stammt aus einem kleinen griechischen Bergdorf – dem Granatapfeldorf. Und wenn die Granatäpfel im Herbst reif werden, dann kann man damit wunderbare Sache kochen. Die persische Küche verwendet sehr viele Granatäpfel. Aber auch der restliche Mittelmeerraum schätz die kleinen prallen Fruchtkörper für süße und deftige Leckereien. Häufig wird dabei die Frucht nicht selbst, sondern der Granatapfelsirup verwendet. Den kann man sehr leicht selber herstellen, dazu braucht man lediglich Granatapfelsaft, Zucker und ausgepressten Zitronensaft.

Granatapfelsirup (1)

Wie kommt man am besten an den Saft der Granatäpfel?

Das ist ganz einfach. Man rollt sie mit leichtem Druck hin udn her, so dass die Fruchtkörper innerhalb des Gehäuses zerplatzen. Dann sticht man mit einer Gabel in den Apfel und kann den Saft herauspressen.

Granatapfelsirup (4)

Und dann?

Denn saft in einen Topf ab auf den Herd. Je nachdem wie süß es sein soll ca. 2/3 Zucker dazu geben, etwas Zitonensaft und aufkochen lassen. Viel rühren. Dann ca. 50 min auf kleiner Flamme eindicken lassen und dann abfüllen. Schon fertig.

sweet Labneh (4) sweet Labneh (2)

Was mache ich damit?

Man kann es sehr gut verwenden, um Süßem eine Granatapfelnote zu geben. Ich benutze es für süßen Labneh. Wie Labneh geht (super schnell und einfach erfahrt) ihr hier. Wenn man es als Nachtisch möchte, kommt anstelle des Salzes 4 EL Zucker rein. Der Labneh kann dann mit Honig und Granatapfelsirup verfeinert werden. Wer mag, macht noch selbstgemachtes Krokant dazu.

sweet Labneh (3) sweet Labneh (1)

Man kann den Sirup aber auch wunderbar als Salatdressing verwenden. Er ist sehr beliebt bei Fattoush. Das ist ein Salat auf den cross geröstetes arabisches Brot gebröselt wird.  Eine sehr beliebte Vorspeise in der libanesischen Küche ist Hühnerleber mit Granatapfelsoße. Das ist auch wirklich sehr lecker! Granatapfelsirup ist ein Allrounder und macht viele Gerichte besonders.

Fattush (2)

IMGP0643 Fattush (3) Fattush (1)

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Mediterranean Mezze-Upgrade: Rote Beete Hoummus & Frittierte Salbeiblätter

Mezze

Wir waren am Sonntag mal wieder ganz spontan kulinarisch am Mittelmeer. Auf dem ganz großartigen Sender ARTE gibt es das Feature „Zu Tisch in…“, das ich mir manchmal anschaue und das einen oft ganz neugierig auf andere Essenskulturen macht. Jedenfalls gab es da frittierte Salbeiblätter auf dem Bildschirm zu sehen und das fand ich eine ganz großartige Idee. Ich nehme Salbei sonst meist nur in flüssiger Form im Tee zu mir – und das nur widerspenstig wenn ich wirklich wirklich schlimme Halsschmerzen habe. Aber frittiert klang für mich super! Also hab ich es gleich mal nachgemacht – denn der schwiegerelterliche Garten gibt jede Menge davon her. Dazu gab es ein Hoummus mit Roter Beete. Mhhh – da bekommt die Tradition einen roten Anstrich und schmeckt phantastisch. Obendrauf gab es nach den leckeren Mezze ein Lamm-Pilaw mit Rosinen und Zuchini… Ohja – das Mittelmeer ist und bleibt einer meiner kulinarischen favoriten. Wie gut, dass ich morgen beruflich nach Malta fliege…!

Mittelmeer in der Küche

Lamm_Pilaw Frittierte Salbeiblätter

Roote Beete Hoummus

2 mittelgroße oder 4 kleine Rote Beete Knollen
400g Kichererbsen (Abtropfggewicht)
2-3 Knobizehen
4 EL Olivenöl
Saft einer Zitrone
Meersalz und Pfeffer aus der Mühle

Roote Beete Knollen ca. 25 Min köcheln lassen, ausdampfen lassen und schälen (die Haut lässt sich recht einfach abpellen). Alle Zutaten in den Standmixer geben (Pürierstab geht sicher auch, dafür alles klein schneiden) und mixen bis eine cremige Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Pita-Brot servieren.

Roote Beete Houmus

Frittierte Salbeiblätter

10 – 15 Salbeiblätter (gewaschen)
1 Ei
4 EL Weizenmehl
etwas Milch
Pflanzenöl zum frittierten

Das Eidotter mit dme Mehl und etwas Milch verrühren und für ca. 1 h ind en Kühlschrank stellen. Eiweiß steif schlagen und unter die Masse heben. Je nachdem wieviel Panade man mag, sollte die Masse nicht zu zähflüssig sein. Sonst noch etwas Milch dazugeben.
In einer Pfanne mit hohem Rand Öl zum erhitzen bringen und dann für ca. 1 Minute die Salbeiblätter frittieren). Da das ganze sehr fettig ist, sollte man die frittierten Blätter auf ein Küchentuch legen, bevor man sie serviert.

Dolmadakia (Greek) – Waraq Ainab (Arab) – Dolma (Turkey) – Gefüllte Weinblätter (Kukla)

Weinblätter (1)

Ich muss noch ein Rezept unserer letzten Gartenparty nachreichen, welches ein super Finger-Food-Rezept ist: gefüllte Weinblätter (vegetarisch). Das ist ja bekanntlich eine Spezialität des Mittelmeers und ich mache sie oft als Party-Snack. Schön daran ist, dass man sie bereits ein bis zwei Tage vorher zubereiten kann. Ich rolle sie am liebsten mit Freunden und einer guten Flasche Wein – dann ist man auch ruck zuck fertig! Beim letzten Mal habe ich einen Teil der Weinblätter selber von unserem griechischen Weinstock im Garten geerntet. Man kann die Blätter in einem Glas mit Salzwasser (das Salz entzieht den Blättern die Bitterstoffe) eine ganze Weile aufbewahren. Aber natürlich kann man die Weinblätter auch eingeschweißt im Supermarkt kaufen (eine Packung reicht aus für ca. 40 Stück). Wenn man frische selbstgeerntete Blätter benutzt, sollte man sie vor dem Einrollen ca. 5 min in kochendes Wasser legen.

Weinblätter selber machen Weinblätter (3) Weinblätter (5)

Das benötigt man für die Füllung:
500g Langkorn-Reis (ich benutzt immer türkischen Pirinc-Reis)
1 Packung Pinienkerne
3-4 große Tomaten
2 Zwiebeln
1 Bund glatte Petersilie
½ Bund frische Pfefferminze
½ TL Zimt
½ TL Piment
Salz und Pfeffer

Weinblätter (4)

So wird es gemacht:
Tomaten, Petersilie, Minze und Zwiebeln grob zerkleinern und dann alles im Mixer pürieren. Den Reis für ca. 5 min mit kochendem Wasser bedecken und einweichen. Dann das Wasser abgießen und den Reis mit der Tomaten-Zwiebel-Kräutermasse mischen. Gewürze und Pinienkerne hinzufügen und kräftig salzen und pfeffern. Die Weinblätter mit der glänzenden Seite nach unten legen (ggf. Stil abschneiden) und eine ca. 2 TL große Menge Füllmasse auf den unteren Rand legen und etwas einrollen, dann die Seiten umklappen und zu Ende Rollen. Beschädigte und kleine Blätter aufbewahren, denn man legt den Boden des Topfes mit diesen Weinblättern aus. Man stapelt alle Weinblätter kreisrund in den Topf und füllt in ca. zu 1/3 mit Wasser (ca. 300ml) und gibt einen großen Schwaps Olivenöl hinzu. Auf die Weinblätter legt man schließlich einen Teller (Achtung! Bei der Wahl des Topfes sollte die Tellergröße beachtet werden), damit die Weinblätter nicht aufgehen, wenn der Reis sich mit Wasser vollsaugt. Das ganze bringt man bei mittlerer Hitze zum Kochen, reduziert die Hitze und lässt das Ganze für mind. 1h köcheln, bis das Wasser verdunstet und die Röllchen gar sind.
Hinweis: Das Rezept ist eine Mischung aus Ratschlägen von unserer Yaya (griechisch für Oma ;)), einem türkischen Rezept und meinen Beobachtungen in ägyptischen Küchen. Es lässt sich ganz einfach um Rinderhackfleisch ergänzen und wird dann etwas gehaltvoller. Als Dip empfehle ich Tsatsiki (für den griechischen Style) oder Babaganough (Auberginenpüree) für den orientalischen Gaumen…

Weinblätter (2)

Labneee – Joghurtfrischkäsebällchen als Fingerfood

Labnee selber machen (2)

Bei uns steht eine Gartenparty an und zu einem solchen Anlass machen wir oft Labne. Das ist eine libanesische Frischkäsespezialität, die gerade im Sommer wunderbar zu frischem Fladenbrot passt. Die Zubereitung ist wirklich einfach und sofort hat man eine leckere mediterrane Vorspeise gezaubert.

Das benötigt man für ca. 15 Bällchen Labne:
1 kg griechischer Sahnejoghurt
1 TL Salz
4 Zehen Knoblauch
Pfefferkörner
2 – 3 getrocknete Peperonischoten
Rosmarin
Ca. 0,7 Liter Olivenöl
1 großes Glas

Labnee selber machen (1) IMGP5632Labnee selber machen (3)

Uns so geht es:
Den Joghurt verrührt man mit einem TL Salz und gibt ihn in ein Küchensieb, das man vorher mit einem sauberen Küchentuch (Baumwolle) auslegt. Dann stellt man eine Schüssel darunter und das Ganze für mindestens einen Tag in den Kühlschrank. Nach dieser Zeit ist die Flüssigkeit aus dem Joghurt gelaufen und man hat eine festere Masse, die sich Formen lässt. Man formt nun daraus kleine Bällchen. Wenn man mag, zerstößt man Kräuter (z.B. Rosmarin) und wälzt die Bällchen darin. Dann befüllt man das Glas mit etwas Öl, gibt die Pfefferkörner, die aufgeschnittenen Peperoni und den zerdrückten Knoblauch (mit Schale) dazu. Nach und nach schichtet man nun die Käsebällchen in das Glas und füllt Öl nach, so dass alle Bällchen bedeckt sind. Das Ganze ist im Kühlschrank bis zu zwei Wochen haltbar. Mit frischem Pide vom türkischen Bäcker wird es zum orientalischen Gaumenschmaus…

Labnee selber machen (4)